Wohngebiet am Erlenpark in Mainburg

Montag, 14. August 2006

Proteste gegen geplante „Seniorenresidenz“ in Mainburg

Vize-Bürgermeisterin Hannelore Langwieser nahm den Bürgerprotest gegen die geplante Seniorenresidenz im Rathaus entgegen. (Foto: Bruckmeier)


Mainburg (hb). Gegen die am Erlenpark geplante „Seniorenresidenz“ mit integriertem betreutem Wohnen erhebt sich nachdrücklicher Protest. Die Anlieger befürchten durch die massive Bebauung und den vor allem an Wochenenden zu erwartenden starken Besucherverkehr zu und von der Einrichtung mit im Endausbau 89 Wohneinheiten Beeinträchtigungen ihrer Wohnqualität und nicht zuletzt eine Minderung der Immobilienwerte.

Die mittlerweile gegründete „Aktionsgemeinschaft für Lebensqualität, Sicherheit und Rücksichtnahme im Wohngebiet ‚Am Erlenpark‘“ übergab gestern eine Protestnote mit 66 Unterschriften an amtierende Bürgermeisterin Hannelore Langwieser. Der Initiative angeschlossen hat sich inzwischen auch die „Haus und Grund Verwaltungsgemeinschaft mbH Hallertau“, die die Interessen von 40 Eigentümern der Wohnanlage Brechhausstraße 14 und 16 vertritt.
Redaktion: Hallertauer Zeitung am 11. August 2006, 15:28:00

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Sonntag, 13. August 2006

Schreiben an den Bürgermeister

Folgendes Schreiben an den Bürgermeister Egger wurde am 11. August 2006 persönlich übergeben.

Aktionsgemeinschaft

für Lebensqualität, Sicherheit und Rücksichtnahme

im Wohngebiet „Am Erlenpark“

Wir wehren uns!

Gegen die geplante Seniorenresidenz spekulativ, überzogen, rücksichtslos !




An den 1.Bürgermeister, den Stadtrat und den Bauausschuss

der Stadt Mainburg

Marktplatz 1-4

84048 Mainburg , im August 2006



Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates und des Bauausschusses!


Mit diesem Schreiben übermitteln Ihnen die Eigentümer, Mieter, Anlieger und Nachbarn des Wohngebietes „Am Erlenpark“ ihre Kritik an der vorgesehenen Bebauungsplanänderung zur Errichtung einer Seniorenresidenz ,mit der Bitte an den Stadtrat und die weiteren verantwortlichen Stellen der Stadt Mainburg, um eine entsprechende Berücksichtigung ihrer Sorgen und Argumente, die hiermit fristgemäß, innerhalb der bekannt gemachten Auslegungsfrist, geltend gemacht werden.

Unsere Lebensqualität und unser Eigentum im Wohngebiet „Am Erlenpark“ sind durch die von der Stadt Mainburg beabsichtigte Änderung des Bebauungsplanes für die Errichtung einer so genannten „Seniorenresidenz“ auf Fl.Nr.693/153 in konkreter Gefahr!

Die Firma GRE Global Real Estate AG projektiert dieses Investmentvorhaben, um die Immobilie „als Teileigentum auf dem Immobilienmarkt zu veräußern“, wie es auf der Internetseite (www.greag.de) des weltweit agierenden Investmentunternehmens, mit Hauptsitz in 08432 Steinpleis, heißt.

Mit einem völlig überzogenen Bauumfang von 6.465 m2 Geschoßfläche!!, soll ein massiver, 3-4 geschossiger Baukörper, mit unglaublichen 89 Wohneinheiten! entstehen, wo bis heute, neben einem bestehenden, einmaligen Biotop und einem vorgesehenen Bolzplatz, ein normales Kindergartengebäude mit einer Grundfläche von 11x20m geplant war.

Das ganze zudem in einem Wohngebiet, in dem für alle Bauherren Typenzwang mit einer maximalen Bauweise von E+1+DG herrscht!

Der Gesetzgeber hingegen verlangt bei einer Änderung bzw. Aufstellung eines Bebauungsplanes, konkret auf die bereits bestehenden und vorgeschriebenen Verhältnisse des Baugebietes und auch die schutzwürdigen Interessen der Anlieger Rücksicht zu nehmen!

Die ausgelegten Planunterlagen sprechen insoweit gegen sich selbst, da die vorgesehene Planung nicht nur das städtebauliche Bild und den Gesamtcharakter unseres Wohngebietes geradezu unerträglich sprengt, sondern insbesondere die unmittelbaren Grundstücksnachbarn im Norden regelrecht einmauert und den Bewohnern Licht, Luft und Privatsphäre raubt.

Und das einzig und allein zugunsten der Rendite der Fa. GRE als Privatinvestor!

Stehen in Mainburg, wie auch in unserem Wohngebiet momentan nicht schon genug Wohnungen zum Verkauf, die keinen Käufer finden?!

Was passiert, wenn sich Immobilien nicht wie geplant vermarkten lassen, zeigt sich in Mainburg bereits eindrucksvoll an weiteren bestehenden Wohngroßprojekten, mit mittlerweile abenteuerlichen Entwicklungen für die Nachbarschaft und den Verkehrswert der benachbarten Grundstücke! Wo einmal ansehnliche Wohnkomplexe geplant und errichtet wurden, sind letztendlich städtebauliche „Schandflecke“ entstanden.

Wir wollen die Zukunft unseres Wohngebietes jedoch nicht in die Hände und das Vermarktungsgeschick einer anonymen Investment AG legen!

Das genaue Konzept der Immobilie im Detail – z.B. nur Senioren-Appartements ? mit /ohne Betreuung ? mit /ohne Pflege ?etc. und z.B. eine entsprechende Bedarfsanalyse für die Region und schließlich die verbindliche Zweckbindung der bestimmungsgemäßen Nutzung sind zudem Fragen, die bis heute für die Anlieger und die weitere Öffentlich-keit unbeantwortet geblieben sind!

Zurück zum Wohngebiet und zur vorgesehenen Bebauungsplanänderung:

Das wunderschöne Biotop soll weggeschoben werden, obwohl es wegen seiner Naturbelassenheit schutzwürdig ist.

Die Planer interessiert auch nicht mehr die Tatsache, dass vor ca. 2 Jahren aufgrund von Probebohrungen des Untergrundes und durch die vorhandenen Wasseraustritte, das Gelände überwiegend als unbebaubar beurteilt wurde.

Die Hans-Bachner-Strasse wird zudem als zusätzliche Besucherzufahrt umfunktioniert und die vorhandenen Stellplätze der Anlieger sind mit Sicherheit durch die viel zu geringe Stellplatzplanung für die zu erwartenden Besucher – mangels ausreichender Fläche –, ebenfalls zusätzlich frequentiert bzw. blockiert.

Hinzu kommt der zu erwartende Besucherverkehr, sozusagen rund um die Uhr und vor allem auch an Wochenenden und nicht nur, wie beim geplanten Kindergarten, an den Werktagen nur für den An- und Abtransport der Kindergartenkinder.

Das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Lärmbelastung, sondern auch eine konkrete Gefährdung der Verkehrssicherheit durch das zu erwartende, wesentlich erhöhte Verkehrsaufkommen, für dessen Ausmaß das bestehende Straßennetz im Wohngebiet völlig unzureichend und ungeeignet ist.



Wir sind nicht generell gegen eine maßvolle und angemessene Bebauung und Nutzung der Gemeinbedarfsfläche, soweit, entsprechend den geltenden Gesetzen, auf die bestehenden Verhältnisse und die nachbarschaftlichen Interessen ausreichend Rücksicht genommen wird!



Unser Wohngebiet ist mit seiner großzügigen Gliederung und lockeren Bebauung ,wie sie im Bebauungsplan 1992 festgesetzt wurde, mittlerweile zu einem beruhigten, privaten Rückzugsgebiet für seine Anwohner und Familien herangewachsen, in dem man sich kennt, Nachbarschaft pflegt und unsere Kinder die Ihnen gewidmeten Spielstrassen auch tatsächlich in Besitz genommen haben.

Den Charakter unseres Wohngebietes bestimmen ausreichende Bebauungsabstände der Häuser untereinander, mit Haustypen bis maximal E+1+DG,wie sie die Stadt Mainburg in ihrem Bebauungsplan für alle Bauherren verbindlich und zwingend festgelegt hat.

Deshalb durften und dürfen alle Eigentümer und Anlieger, die viel Zeit, Geld und teilweise

die gesamte Lebensplanung mit ihrer Ansiedlung „Am Erlenpark“ in die Waagschale geworfen haben, auf den Inhalt und Fortbestand der Vorschriften für unser Wohngebiet und die Festsetzung seines Charakters als allgemeines Wohngebiet durch die Stadt Mainburg, vertrauen.

Dieser gesetzliche Vertrauensschutz bezieht sich auf die Art und das Ausmaß der vorgeschriebenen Bebauung für das gesamte Baugebiet, wozu nach dem verbindlichen Bebauungsplan von 1992 auch Art und Umfang der geplanten Vorhaben auf dem im Süden gelegenen Abschlussgrundstück Fl.Nr.693/153 zählen. Mit ca.5000m² ist dieses Grundstück als Gemeinbedarfsfläche mit Kindergarten, Zufahrt über Schraufstetterstrasse mit Parkplatz, naturnah eingebundenem Biotop und Bolzplatz ausgewiesen.

Das geplante Kindergartengebäude mit ca. 11mx20m Grundfläche und Parkplatz nimmt dabei gegenüber dem eingebundenen Biotop und der restlichen Gesamtgrundstücksfläche, eine verhältnismäßig untergeordnete, überbaute Fläche ein. Selbst bei E+1+DG-Ausführung des Kindergartens, was unüblich wäre, stehen damit nach dem bestehenden Bebauungsplan planungsrechtlich insgesamt maximal bis 500m² Geschoßfläche zur Disposition.

Der Abstand des geplanten Kindergartengebäudes zu den im Norden nächstgelegen Nachbargrundstücken liegt dabei bei 20m und darüber. Die großzügige Biotopeinbindung gewährleistet darüberhinaus eine zusätzliche Abschirmung des Kindergartens gegenüber dem restlichen Wohngebiet.

Nicht zuletzt ist erschließungsrechtlich davon auszugehen, das es sich nach den bestehenden Bebauungsplanfestsetzungen von 1992 bei den geplanten Vorhaben auf Fl.Nr.693/153 –Kindergarten / Grünanlage mit Bolzplatz und Biotop – um so genannte Erschließungsanlagen für das Allgemeine Wohngebiet „Am Erlenpark“ handelt, wofür die Grundstückseigentümer über entsprechende Erschließungsbeiträge finanziell herangezogen wurden.

Nun will die Stadt Mainburg offensichtlich ein zweites Mal kassieren, in dem das gleiche Grundstück, für das die Anlieger bereits Erschließungsbeiträge bezahlt haben, nun an einen Privatinvestor als Baugrundstück verkauft werden soll.

Zudem ist nicht ersichtlich, dass die Stadt Mainburg für die ursprünglich auf Fl.Nr.693/153 vorgesehenen Erschließungsanlagen in irgendeiner Form eine entsprechende Ersatzfläche anbietet.

Verkehrsmäßig ist nach der bestehenden Nutzungsbestimmung von 1992 für Fl.Nr.693/153, über die Zufahrt via Schraufstetterstrasse hinaus, keine weitere Beeinträchtigung des Verkehrs und der Verkehrssicherheit, der Spielstrasse, der bereits bestehenden Stellplätze der Anlieger und des allgemeinen Lärmschutzes zu erkennen. Der An- und Abreiseverkehr des ursprünglich geplanten Kindergartens ist zudem an den Werktagen auf die Zeit zwischen 7:30 und 16:30 beschränkt, ohne weitere Beeinträchtigungen der Nachbarschaft und des Verkehrs am Wochenende.


Mainburg , im Wohngebiet „Am Erlenpark“ im August 2006


Die Teilnemer der



Aktionsgemeinschaft

für Lebensqualität, Sicherheit und Rücksichtnahme

im Wohngebiet „Am Erlenpark“


wie sie der nachfolgenden Unterschriftenliste zu entnehmen sind

Anlage : Unterschriftenliste

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Freitag, 11. August 2006

Unterstützungsschreiben

Hier können Sie ein Unterstützungsschreiben herunterladen:

Unterstuetzungsschreiben.pdf (12 KByte)

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Dienstag, 1. August 2006

Aktionsgemeinschaft Wohngebiet am Erlenpark gegründet

Unsere Lebensqualität und unser Eigentum im Wohngebiet „Am Erlenpark“ sind durch die von der Stadt Mainburg beabsichtigte Änderung des Bebauungsplanes für die Errichtung einer so genannten „Seniorenresidenz“ auf Fl.Nr.693/153 in konkreter Gefahr!

Die Hans-Bachner-Strasse wird als zusätzliche Besucherzufahrt umfunktioniert und die vorhandenen Stellplätze der Anlieger sind mit Sicherheit durch die viel zu geringe Stellplatzplanung für die zu erwartenden Besucher – mangels ausreichender Fläche –, ebenfalls zusätzlich frequentiert bzw. blockiert. Hinzu kommt der zu erwartende Besucherverkehr, sozusagen rund um die Uhr und vor allem auch an Wochenenden und nicht nur, wie beim geplanten Kindergarten, an den Werktagen nur für den An- und Abtransport der Kindergartenkinder. Das bedeutet nicht nur eine zusätzliche Lärmbelastung, sondern auch eine konkrete Gefährdung der Verkehrssicherheit durch das zu erwartende, wesentlich erhöhte Verkehrsaufkommen, für dessen Ausmaß das bestehende Straßennetz im Wohngebiet völlig unzureichend und ungeeignet ist.


Von den nach Süden ausgerichteten Balkonen der "Seniorenresidenz" blickt man auf das Betriebsgelände des unmittelbar daneben befindlichen Gewerbebetriebes der Fa. Heindl, die seit 40 Jahren Trocknungsanlagen für die Landwirtschaft fertigt und montiert. Nach Aussage der Betreiber und Inhaber würden die unvermeidbaren Geruchs- und Geräuschemissionen die Südbalkone für zukünftige Bewohner der geplanten Seniorenresidenz wegen Unzumutbarkeit praktisch unbenutzbar machen.

An die zukünftigen Bewohner der Seniorenresidenz denkt offensichtlich niemand - es besteht praktisch keine ausreichende Grünanlge für Spaziergänge und Freizeit im unmittelbaren Umgriff des wuchtigen Baukörpers. Rendite scheint hier eben die oberste Priorität zu sein!

Niemanden interessiert auch mehr die bereits vor 2 Jahren angeblich gutachtlich festgestellte Unbebaubarkeit der überwiegenden Grundstücksfläche, die übrigens auch nach jahrzehntelanger Erfahrung der Anlieger besonders grund- und auch hochwassergefährdet ist.

Die ausgelegten Planunterlagen sprechen insoweit gegen sich selbst, da die vorgesehene Planung nicht nur das städtebauliche Bild und den Gesamtcharakter unseres Wohngebietes geradezu unerträglich sprengt, sondern insbesondere die unmittelbaren Grundstücksnachbarn im Norden regelrecht einmauert und den Bewohnern Licht, Luft und Privatsphäre raubt.

Nicht zuletzt ist erschließungsrechtlich davon auszugehen, das es sich nach den bestehenden Bebauungsplanfestsetzungen von 1992 bei den geplanten Vorhaben auf Fl.Nr.693/153 –Kindergarten / Grünanlage mit Bolzplatz und Biotop – um so genannte Erschließungsanlagen für das Allgemeine Wohngebiet „Am Erlenpark“ handelt, wofür die Grundstückseigentümer über entsprechende Erschließungsbeiträge finanziell herangezogen wurden. Nun will die Stadt Mainburg offensichtlich ein zweites Mal kassieren, in dem das gleiche Grundstück, für das die Anlieger bereits Erschließungsbeiträge bezahlt haben, jetzt an einen Privatinvestor als Baugrundstück verkauft werden soll.

Geplante Bebauungsplanänderung 2006:
Mit einem völlig überzogenen Bauumfang von 6.465 m2 Geschoßfläche!!, soll ein massiver, 3-4 geschossiger Baukörper, mit unglaublichen 89 Wohneinheiten! entstehen, wo bis heute, neben einem bestehenden, einmaligen Biotop und einem vorgesehenen Bolzplatz, ein normales, baulich untergeordnetes, Kindergartengebäude mit einer Grundfläche von 11x20m geplant war.

Wir wollen die Zukunft unseres Wohngebietes nicht in die Hände und das Vermarktungsgeschick einer anonymen Investment AG legen.

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